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Dreierserie Verletzungen- abgehakt!

Nach der Langstrecke ging es rückblickend gesehen drunter und drüber. Das gute Ergebnis und eine dementsprechende Ausgangslage für die Meisterschaften wurde direkt zerstört, als ich mir am Montag eine Bänderdehnung zuzog und Rudern erst einmal unmöglich wurde. Dem Fuß ging es dann zur Meisterschaft wieder gut aber dort wartete dann die nächste Überraschung... Der Vorlauf verlief noch recht ordentlich aber vor dem Viertelfinale hatte ich ein komisches Gefühl und das Herz schlug mir regelrecht bis zum Hals, was weniger mit Aufregung zu tun hatte, als vielmehr mit irgendeiner Anomalie. Das Rennen begann ich noch aber schon nach wenigen Schlägen war alles fest und somit brach ich das Rennen dann ab. In der Folge geriet die gesamte Saisonplanung in Gefahr, nicht nur wegen des "schlechten" Ergebnisses, sondern auch wegen der gesundheitlichen Sorge. Der Kardiologe fand jedoch keinen Grund zur Sorge und beim Stufentest mit EKG und unter ärztlicher Überwachung wurde nichts gefunden, was auf Probleme deuten würde. Deswegen bekam ich dann das OK vom Doc und auf Einladung des Cheftrainers trat ich vor zwei Wochen die Reise nach Ratzeburg zum Trainingswochenende an.

Dort angekommen wurde fleißig im Doppelvierer trainiert. Ich saß mit Philipp Syring, Ruben Steinhardt und Hendrik Runge im nominell zweiten Vierer, konnten uns jedoch immer recht gut präsentieren und ärgerten den vermeintlich stärkeren Vierer nicht nur im Ausdauertraining, sondern auch bei den abschließenden Belastungen unter Wettkampfbedingungen.

Leider riss meine Verletzungsserie an diesem Wochenende nicht und ich zog mir eine Muskelverhärtung oder Sehnenscheidenentzündung zu. Ich konnte es auch nicht wegignorieren, was ich in der Folgewoche versuchte aber beim gemeinsamen Doppelzweiertraining mit Philipp Syring in Magdeburg wurde es irgendwann zu schlimm und nach zwei Einheiten und ärztlicher Behandlung musste ich die Heimreise wieder antreten und die Verletzung auskurieren. Montag und Dienstag stand dann Reha und Ausgleichstraining auf dem Plan und am Mittwoch ging es wieder nach Magdeburg, um den Zweier für das Wochenende in Essen doch schnell zu bekommen. Das Rudern ging auch schmerzfrei und die Vorbereitung lief gut. Am Freitag reisten wir gemeinsam mit dem Auto nach Essen und testeten noch eine kleine Runde das Wettkampfgewässer. Am Samstag war dann zwar sehr schönes Wetter aber leider auch recht viel Wind und mit dem Wind kamen auch Wellen und das waren überhaupt nicht unsere Bedingungen. Wir kamen überhaupt nicht vom Start weg und auch wenn es kurz gut lief zwischendurch, kamen wir nicht ins Rennen und am Ende war die Enttäuschung über den vierten Platz groß. Am Sonntag sollte jedoch in denselben Besetzungen gefahren werden und da wollten wir unsere Chance wieder in die Nationalmannschaft zu fahren nutzen. Die Verunsicherung war am Start noch zu spüren aber die Bedingungen waren gut und wir konnten konstant die zweite Position behaupten. Auf den letzten Metern wurde es noch einmal eng, da uns eine Motorbootswelle ausbremste aber am Ende stand der zweite Platz mit drei Sekunden Rückstand auf den Sieger zu Buche. Im abschließenden Doppelvierer mussten wir auf Ruben Steinhardt verzichten aber bekamen dafür den Deutschen Meister im Einer als Verstärkung und konnten einen souveränen Start- Ziel- Sieg gegen die U23 Mannschaft und den ersten Vierer feiern. Somit hatten Philipp und Ich nun endgültig den Fuß in der Tür und einen Tag später kam dann die Nominierung die Europameisterschaft in Racice Ende Mai.

Heute geht es nun für mich nach Ratzeburg zum gemeinsamen Training im Vierer mit Philipp, Samuel Tieben und Maximilian Fränkel. Es ist der physisch stärkste Vierer der letzten Jahre und so ist nun die Hauptaufgabe die Power gemeinsam in Vortrieb zu verwandeln.

Erstellt von Tim Grohmann am 17.05.2017 um 12:28 Uhr.


Deutsche Kleinbootmeisterschaft Krefeld 2017

Am Donnerstag starteten wir mit Bus und Bootshänger in Richtung Westen und nach "nur" 7,5h auf der Autobahn erreichten wir den Elfrather See und konnten den Austragungsort für die diesjährige Deutsche Meisterschaft in Augenschein nehmen. Das Wetter war deutlich besser als bei uns, da wir bei 0 Grad gestartet waren und bei 12 Grad und Sonnenschein ankamen und die Windbedingungen waren auch sehr angenehm. Als wir uns dann ein Plätzchen für die Boote gesucht hatten und sie ruderfertig hatten, begaben wir uns für das erste Training aufs Wasser.

Heute startet dann die Regatta mit dem Vorlauf. Ich werde im zweiten Vorlauf um 17:20 Uhr sein, da bei der Langstrecke der zweite Platz zu Buche stand und die Läufe danach gesetzt werden. Die Gegnerschaft werden im Laufe des Tages erfahren.

https://www.rudern.de/news/2017/dkbm-live-auf-rudernde

Unter dem folgenden Link lassen sich die Rennen live verfolgen... Viel Spaß damit und ein schönes Wochenende!

Erstellt von Tim Grohmann am 21.04.2017 um 09:06 Uhr.


Langstrecke Leipzig

Ein 5. und ein 2. Platz stehen am Samstag und Sonntag zu Buche. Scheint eigentlich alles normal, aber irgendwie war es doch verkehrte Welt. Denn auf dem Ergo, wo ich sonst immer sehr weit vorn platziert bin, waren dieses Jahr vier Sportler schneller und ich bleib mit 5:52min über die virtuelle 2000m Strecke doch hinter den Erwartungen. Den Nachmittag verbrachten wir dann im Kreise der Trainingsgruppe zuerst auf dem Kanal beim Ausrudern und im Anschluss genossen wir noch kurz das tolle Wetter am Schladitzer See. Zum Glück war jedoch nicht genügend Wind zum Windsurfen... Nach dem gemeinsamen Abendessen beim angestammten Italiener fielen wir dann auch schon ins Bett in freudiger Erwartung der Langstrecke am nächsten Morgen.

Es sollte ein wenig anders verlaufen als sonst... gesetzt war ich an 3.Position nach Hans Gruhne und Jason Osborne und vor Tim- Ole Naske. Ich hatte gewisse Bedenken auch noch vor TOle, wie er genannt wird, anzukommen. Hans Gruhne meldete ab und so ging es für mich an zweiter Position an den Start. Es ging eigentlich ganz gut los und ich fand recht zügig einen vernünftigen Rhythmus und wollte mich bei meiner "Standardzeit" von knapp unter 23min einpegeln, was so 3:50min pro Kilometer bedeutet. Die zweiten 1000m passte das auch mit 3:46min ganz gut aber danach lief es sehr viel besser als erwartet und ich konnte flüssig weiterfahren. Als ich an der ersten Zwischenzeit nur 3 Sekunden hinter Osborne war, motivierte das umso mehr und die 3:46min blieb meine langsamste Zeit des Tages. Nach 4km hatte ich einen kurzen Hänger, da meine Zeit unter 23min locker möglich war und das der Zeitraum der größten Belastung ist. Der Abstand zu TOle wurde eher wieder ein bisschen größer, sodass ich einfach weiterfuhr und am Ende mit der Bestzeit über die Linie ging und mit 22:13min war ich mehr als zufrieden. TOle war nur 7 Sekunden schneller als ich und da hoffte ich schon, dass es ein ganz gutes Ergebnis werden würde. Am Ende stand der unerwartete zweite Platz zu Buche aber hinter mir wurde es auch recht eng, denn vier oder fünf Sportler hatten nahezu dieselbe Zeit.

Es war ein doch sehr versöhnliches Wochenende und ließ definitiv hoffen auf die Meisterschaft!

Aber wie es so ist, kommt es immer anders... Am Montag schleppte ich mich dann doch noch zum Fußball und es kam, wie es kommen musste, ich endete in der Notaufnahme. Wie auch sonst, wenn es schon mal gut läuft!? Diagnose, nichts gebrochen, Band "nur" überdehnt, zwei Wochen kein Sport- Top! Oder auch nicht...

Den Dienstag verbrachte ich letztendlich zu Hause mit einem kurzen Stop beim Sportmediziner meines Vertrauens, der dann letztendlich auch wieder ein bisschen Hoffnung aufkeimen ließ. Der Mittwoch war auch noch recht ruhig mit Uni und Bundeswehrarzt und am Abend bewegte ich mich im Kraftraum und locker auf dem Ergo, was auch gut möglich war. Am Freitag konnte ich das erste Mal wieder Rudern und jetzt schmerzt der Fuß zwar noch bei jeder Berührung aber Rudern ist mehr oder weniger problemlos möglich.

Erstellt von Tim Grohmann am 14.04.2017 um 14:50 Uhr.


Trainingslager Aserbaidschan

Das Trainingslager fand heute seinen Abschluss mit der letzten Belastung und nun heißt es nur noch Koffer packen und gegen Abend dann ab nach Baku und in die Heimat.

Wir verlassen Mingecevir sicherlich auch ein bisschen wehmütig, da uns wirklich ein außerordentlich schöner Aufenthalt gewährt wurde und alles getan wurde, damit wir uns wohl fühlen. Was auch definitiv gelungen ist.

Trainiert haben wir sehr vernünftig und in den zwei Wochen einiges an Kilometern absolvieren können. Dabei bewegten wir uns zwar zu großen Teilen im Einer aber auch im Zweier und auf dem Ergometer, da in Leipzig auch die körperliche Leistungsfähigkeit auf dem Rudersimulator abgeprüft wird. Ich denke, wenn denn die Erholung irgendwann einsetzt, bin ich auch gut vorbereitet und kann ruhigen Gewissens in den ersten entscheidenden Wettkampf der Saison gehen. Die Wertigkeit ist sicherlich gering. Einzig der Ergotest wird für die weitere Nominierung von Bedeutung sein aber das Ergebnis der Langstrecke ist entscheidend für die Setzung der Vorläufe bei der Kleinbootmeisterschaft und sicherlich auch eine kleine Überprüfung der Wirksamkeit des Wintertrainings.

Das Trainingslager hier war auf jeden Fall mit das Beste aber sicherlich das Effektivste was ich je gemacht habe und es würde mich freuen, wenn ich wieder einmal hier trainieren könnte aber das ist ja immer von mehreren Faktoren abhängig und lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer sagen.

Erstellt von Tim Grohmann am 24.03.2017 um 09:09 Uhr.


Aufbruch in neue Gefilde

Seit über einer Woche sind wir nun schon hier in Mingecevir und jeder der sich fragt, wo Aserbaidschan eigentlich liegt und wie man dazu kommt hier zu trainieren, dem geht es genauso wie mir...

Letztes Jahr waren schon die Dresdner U23- Sportler und die Junioren zum Training hier vor Ort aber ich wollte mich einfach mal überraschen lassen, da sich meine allgemeine Begeisterung doch eher in Grenzen hielt.

Der Flug dauerte um die 6h und die Reise ging nach Baku, was wahrscheinlich im Normalfall eher ein Begriff ist. Dort war unsere Fahrt jedoch leider noch nicht beendet und es ging in den Bus. Kofferraum war zu vernachlässigen und so wurde kurzerhand eine Sitzbank umfunktioniert und die Koffer platziert- eine Vollbremsung wäre sicherlich ungünstig gewesen aber danach fanden auf den verbliebenen zehn Plätzen alle genügend Platz. Nach vier Stunden auf einer schnurgeraden Autobahn erreichten wir dann doch etwas gerädert das Hotel. Der erste Eindruck war definitiv positiv.

Da wir erst nach Mitternacht angekommen sind, hieß es am nächsten Morgen ausschlafen, gemütlich frühstücken und dann die Boote einstellen. Boote konnten wir leider keine mitnehmen aber es ist eine gute Flotte Empacher vor Ort, sodass keiner große Einschränkungen hinnehmen muss.

Der Junioren- Trainer, Herr Hauffe, war hier in Aserbaidschan jahrelang Cheftrainer und hat die einzigartige Anlage mit aufgebaut, kannte sich deswegen aus und konnte uns alles vermitteln. Der normale Transport in ein Wassertrainingslager nach Italien, Spanien oder Portugal wäre nur mit mindestens genauso viel Aufwand möglich gewesen und dann wären die Bedingungen vor Ort bei weitem nicht so gut gewesen.

Wir stellten also unsere Boote vernünftig ein, was auch um die drei Stunden in Anspruch nahm und drehten eine kleine Runde auf dem Flüßchen, um zu testen ob das Eingestellte auch den Vorstellungen entspricht. Am Abend stand dann nur noch ein lockeres Fußballspiel auf dem Programm und das Trainingslager startete richtig am zweiten Tag. Wie gesagt sind die Bedingungen perfekt. Vergleichbar mit Rabenberg, nur mit 4*- Hotel, sehr gutem Essen und tollem Ruderrevier. Der normale Tagesablauf ist: 06:40 Uhr: Imbiss 07:00 UHr: Rudern/ Kraft 09:30 Uhr: Frühstück 11:00 Uhr: Spiel/ Schwimmen/ Gymnastik 12:30 Uhr: Mittag 15:00 UHr: Kaffee und Kuchen 15:30 Uhr: Rudern 18:00 UHr: Schwimmen und Sauna 19:30 Uhr: Abendessen

Der Trainingskomplex ist Wahnsinn. Vom Hotel sprach ich schon. Mehrere Bootshallen, Ergometerraum, zwei Krafträume, eine 50m- Schwimmhalle, eine riesige Turnhalle, Wäscherei und zusätzliche Waschmaschinen, Tischtennis, Tennis, Sauna, Massage. Normalerweise muss man im Trainingslager an vielen Stellen Kompromisse eingehen, das fällt hier völlig weg. Der Kraftraum ist perfekt ausgestattet und wir können mindestens so gut wie zu Hause trainieren. Wem der Sinn nach Sauna am Abend steht, der kann sich in einer der drei Saunen vergnügen oder auch die Regeneration durch Massage beschleunigen. Die Leute sind sehr freundlich, auch wenn die Kommunikation ohne Russisch sehr schwierig ist aber vor allem die jungen Leute sprechen auch gutes Englisch. Einladungen zum Essen, Tee oder gemeinsamen Aktivitäten sind keine Seltenheit. Ich bin definitiv begeistert von den Örtlichkeiten.

Das Training läuft auch nicht schlecht, was es jedoch wert ist? Das wissen wir wohl erst in zwei Wochen bei der Langstrecke bzw. Ende April bei der Kleinbootmeisterschaft in Krefeld. Ich denke so offen wie dieses Jahr war es schon lange nicht mehr. Aber ich bin gut vorbereitet und freue mich auf die anstehenden Herausforderungen.

Erstellt von Tim Grohmann am 19.03.2017 um 06:08 Uhr.